Night - Free Template by www.temblo.com
Offenbarung

Ich hatte viel Zeit, nach Beendigung meiner Theaterprobenphase. Viel Zeit um Nachzudenken und mich selbst, mein Leben und das was mich heute bewegt zu begutachten und "zu evaluieren", wie es jetzt gang und gebe ist zu sagen.
Und ich hatte ein bisschen Zeit mich über das Thema schlechthin zu unterhalten. Was ich nicht verstehe ist, warum ich in dieser Unterhaltung, die ich mit jemandem führte, den ich persönlich nicht einmal kenne, mehr Erkenntnis gewinne, als in unzähligen Gesprächen mit meinen Freunden und Bekannten. Und was bewegt mich überhaut dazu mit diesem "Fremden", den ich nun nicht einmal mehr als solchen sehe, ein derart delikates Thema, wie die Liebe zu behandeln - ihm mein Innerstes offen zu legen?
In jedem Fall kann ich zufriedener eigentlich gar nicht sein: Unser Gedankenaustausch hat, indem ich sein Dilemma beleuchten wollte, mein eigenes vor meinem Auge entlarvt.
Für diese Offenbarung kann ich nichts anderes tun, als dir zu danken, Arne.

Wie auch immer jedoch das Endergebnis für mich aussehen mag - den Weg dorthin kann ich immer noch nicht ganz nachvollziehen



2.12.06 11:28


Wildwein

Wissen um seinen Körper
&
dass die Seele ein Teil des Körpers ist,
das Herz so groß wie die ganze Welt.
Große Himmel in den Augen haben,
mit Flügeln und Füßen leben.
Wir sind alle wie Wasser,
du Meer, ich falle darauf wie Regen,
wie Küsse vom Himmel
und der große Zirkel des Wassers,
sich immer verändernd
und immer gleich,
gleichzeitig und überall...



Ich gestehe: Ich war nie ein besonderer Freund von Lyrik. Entgegen, meiner Künstlerseele (und ich kann das sagen ohne rot zu werden, denn für mich gibt es in der Tat nichts höhers als die Idee, den Funken, der einen Menschen dazu bewegt etwas zu schaffen - und dieser Funke brennt stark in mir) empfand ich sie oft als zu verschnörkelt und undeutlich. Ich bin ein Freund direkter Worte. Als Regisseur muss man einen Schauspieler führen könen, nicht indem man ihm sagt, dass er sich vorstellen solle er sei ein Hologramm hinter dem die wahre Figur stecke, sondern mit eindeutigen und eindeutig umsetzbaren Anweisungen. Lyrik hat da keinen Platz. Und so hab ich mich über die letzten Jahre von ihr distanziert.

Und wie habe ich mich geirrt.

In dem Moment, da ich oben zitiertes Gedicht las, spürte ich nicht nur, wie ich von Emotionen übermannt wurde, sondern auch wie sich in meinem Kopf der Knoten löste, der zu aller erst für meine geringe Begeisterung für die Lyrik verantwortlich war. Das war vor drei Tagen...

"Der Irrläufer" ist vollgepackt mit solchen Emotionspaketen. Glücklich bin ich darüber, dass ich dieses Buch in die Finger bekam...

Vor 3 Tagen, bin ich erwacht...

13.12.06 18:33


  Blog Gästebuch Archiv Abonnieren Kontakt RSS-Feed  
© 2007 Free Template by www.temblo.com. All rights reserved.
Design by Marco Köppling. Host by myblog